Chelsea raus: Barcelona und der norwegische Schiedsrichter waren zuviel für die Londoner

"Ich weiß nicht, ob es Betrug war – ich hoffe nicht! Im Fußball passieren Fehler – aber der Schiedsrichter hat heute eine Menge davon gemacht.“, sagt Micheal Ballack nach dem Spiel.


Foto: Michael Ballack verfolgt Schiedsrichter Övrebö nach dem vermeintlichen Handspiel in der Nachspielzeit.
Mit dieser prägnanten Aussage sprach Michael Ballack nach dem gestrigen Spiel wohl den meisten Zuschauern aus der Seele. Ungläubig starrten am gestrigen Abend Millionen Fußballfans in aller Welt auf den Fernsehschirm und trauten ihren Augen nicht. Die so oft brillierende Mannschaft aus Barcelona, die erst am vergangenen Wochenende Real Madrid vom eigenen Platz fegte, fand in London nie zu ihrem Spiel.

Aber gehen wir zum Beginn des Spiels zurück. Mit einer illustren Gruppe interessierter Fußballfans, die es weder mit Chelsea, noch mit Barcelona hielten, fand ich mich zu einem, wie wir hofften, illustren Fußballabend ein. Durch das 0:0 aus dem Hinspiel war alles angerichtet für ein spannendes Spiel.

Die Partie begann, wie die meisten Duelle auf Augenhöhe, recht ausgeglichen und ohne wirkliche Höhepunkte in der Anfangsphase, bis Chelseas Mittelfeldspieler Micheal Essien einen zur Bogenlampe abgefälschten Pass eines Mitspielers unter die Latte von Valdes ins Tor schoss.

Angetrieben von der Führung offenbarte Chealsea große Lücken der spanischen Abwehr und erspielte sich Chance für Chance. Doch spätestens in der 24. Minute rückte Schiedsrichter Tom Henning Övrebö in den Blickpunkt.

Wem der norwegische Schiedsrichter bekannt vorkommt, erinnert sich wohl an die EM 2008, als er die Partie Deutschland gegen Polen pfiff und nach zwei schwerwiegenden Fehlentscheidungen in seinem zweiten EM-Spiel, Italien gegen Rumänien nicht mehr eingesetzt wurde.

In diesem Fall pfiff Övrebö ein Foul von Dani Alves an Malouda im spanischen Strafraum, gab jedoch nur einen Freistoß außerhalb des Sechzehners. Nur vier Minuten später testete Abidal die Stabilität des Trikots von Drogba, der auf das spanische Tor zu stürmte. Als dieser dann zu Boden ging, hielten alle Zuschauer den Atem an und auch der Schiedsrichter verzichtete auf das lautstarke Ausatmen in seine Pfeife.

Die zu Beginn noch herrschende interessierte Neutralität schlug in Fassungslosigkeit und Solidariätsbekundungen für die Londoner um.
"Irgendwann muss er doch mal pfeifen", hieß es spätestens nachdem Barcelonas Verteidiger Pique einen Lupfer von Anelka mit dem ausgstreckten Arm im Strafraum abwehrte.



Völlig konträr zu der einseitigen Auslegung der Spielsituationen zu Ungunsten von Chelsea, zückte Schiedsrichter Tom Henning Övrebö in der 66. Minute eine sehr umstrittene rote Karte für Barcelonas Abwehrspieler Abidal.

Das Spiel war eigentlich entschieden zu diesem Zeitpunkt. Chelsea klar überlegen, ließ Barcelona, das durch den Platzverweis auch noch 25 Minuten in Unterzahl spielen mußte, nie zur Entfaltung kommen.

Die Befürchtung, dass sich die ausgelassenen Chancen und die nicht gegebenen Elfmeter noch rächen würden, wurde allerdings auch in dieser vermeintlich klaren Situation nicht kleiner.

Doch Torwart Czech blieb bis zur 90. Minute unbeschäftigt und langsam hatten wohl auch die größten Optimisten im spanischen Anhang das Finale abgeschrieben. Die Unparteiischen nährten jedoch die Hoffnung der Spanier als sie auf einmal vier Minuten Nachspielzeit herauszauberten, die Barcelona nutzte um zu beweisen, dass Fußball eben nicht gerecht ist. In einem Moment, in dem die Londoner kurz in einen kollektiven Schlaf fielen, schoss Iniesta mit einem wunderschönen Tor die Spanier in das Champions League-Finale gegen Manchester United.

Nach diesem Ausgleich setzte Michael Ballack noch zu einem Schuss an, der diesmal an Eto'os Arm landete. Wieder pfiff Övrebö keinen Elfmeter.

Natürlich ist es mit dem Handspiel so eine Sache, aber wenn man sich an die Elfmeter gegen die Hamburger erinnert, die jeweils den Arm vorm Gesicht hatten und mit dem Vermerk: "Kann man geben", versehen wurden, fragt sich warum hier noch diskutiert wird.

Die Spieler Barcelonas wedelten in ihrem eigenen Strafraum mit den Armen, als wenn sie fort fliegen wollten.

Der Ärger der Spieler machte sich bereits auf dem Platz noch Luft. Micheal Ballack rannte dem norwgischen Schiedsrichter hinterher und musste sich offensichtlich sehr zurückhalten es bei bösen Worten zu belassen. Nach dem Schlusspfiff konnte auch der ausgwechselte Drogba nicht mehr an sich halten und ging auf den Unparteiischen los, der bereits einige Leibwächter um sich scharrte.

Foto: Stürmer Didier Drogba verliert nach dem Ausscheiden die Nerven und attackiert den Schiedsrichter.

Es bliebt zu hoffen, dass der Schiedrichter wirklich einfach nur der schlechteste Mann auf dem Platz war und es keine anderen Gründe für seine Entscheidungen gab.

Fotos: Bild.de

0 Comments: