'Früh übt sich, wer später ein Meister werden will,' lautet ein bekanntes Sprichwort. Noch besser ist es, früh ein Meister zu werden, um später sein zu können, was man möchte. Das hat sich wohl auch der Waldorfschüler Lukas Mielke gedacht, als er im zarten Alter von 16 Jahren mit Genehmigung seiner Eltern ein Gewerbe angemeldet hat. Entweder das oder er wollte vielleicht wirklich einfach nur wie er selbst sagte sein Taschengeld aufbessern. Das Ergebnis klingt auf jeden Fall wie eine absolute Erfolgsgeschichte. Das Geschäftsmodel war denkbar einfach billig einkaufen und etwas teurer verkaufen.
Gekauft und vertrieben wurden Nahrungsergänzungsmittel, Fitness-Drinks und Kosmetika. Heute ist ist Lukas 17 Jahre alt, Boss von 39 Leute und und hat gerade ein Studium in Wirtschaftsingenieurswesen im Programm "Studieren ab 16" der Technischen Universität angefangen. Mit 20 hat er voraussichtlich seinen Bachelor in der Tasche und möglicherweise auch schon die erste Million.
Die USA kann zwar mit Erfolgsgeschichten wie die vom Tellerwäscher zum Millionär aufwarten, aber die Geschichte von Lukas als Waldorfschüler, vielleicht bald zum self-made Milliönar, liest sich nicht weniger beeindruckend.
Jung, jünger, Jüngstunternehmer!
Labels: Jugendkultur, Studium, Unternehmer, Waldorfschule
Abiturienten müssen warten während Hörsäale leer bleiben.
http://www.ulricianum-aurich.de/news/2006/bilder/maerz/29_goe3.jpg
Die Universitäten quellen über und die Seminarräume sind überfüllt bis zum Geht-nicht-mehr, sagt die Mehrzahl der Studenten und fordert bessere Studienbedingungen.
Doch die Fakten erzählen eine andere Geschichte. Sie berichten von den unzähligen Abiturierenten, die keinen Studienplatz an der Universität bekommen haben und von den vielen unbesetzten Studienplätzen.
Studienwillige Abiturienten, denen das Studium verwehrt wird und freie Studienplätze an deutschen Universitäten sind leider längst von einem offensichtlichen Widerspruch zur traurigen Realität geworden. Das Problem ist jedoch durch das Vergabesystem der Studienplätze in Deutschland hausgemacht und zu lange ignoriert worden.
Abiturienten sind gezwungen sich an mehreren Universitäten zu bewerben. Da es keinen Abgleich der Bewerbungen zwischen den Universitäten gibt, müssen diese von einem hohen Andrang studienwilliger Abiturienten ausgehen und selektieren mit Hilfe des Numerus Clausus die "geeignetesten" Kandidaten heraus. Somit erhalten einige Abiturienten viele Zusagen und einige nur Absagen. Durch den Mangel an Transparenz bleiben freie Studienplätze somit oft im dunkeln.
Exakte Zahlen sind nicht bekannt, jedoch deutete ein Bericht des Handelsblatts die schockierende Reichweite dieser verfehlten Politik der Studienvergabe an.
Demnach konnte die Goethe-Universität im Wintersemester 807 Plätze in zulassungsbeschränkten Fächern nicht besetzen, welches 19 Prozent ihrer Kapazität entspricht. Auch der TU Dresden ist es lediglich gelungen, 82% ihrer Plätze zu vergeben (womit fast 500 Plätze frei blieben). Ebenso blieben an der Elite-Uni FU Berlin und an der Universität Duisburg-Essen zusammen insgesamt fast 400 Erstsemester-Studienplätze unausgelastet, weil zu viele Bewerber sich letztlich für andere Universitäten entschieden haben.
Es sind vor allem die Einzelschicksale der vielen Abiturienten, die sinnlos auf vorhandene Studienplätze warten müssen, die betroffen machen. Doch darüber hinaus schockiert es auch, wie nachlässig die Politik mit einer der wenigen und mit Abstand der wichtigsten Ressource in Deutschland umgeht. Bildung soll das Kapital von Morgen werden, aber außer Studiengebühren, Verwaltungsgebühren und Kürzungen fällt der Politik nichts ein diese Resource zu nutzen.
Nach langer Zeit der Passivität hat sich die Bildungsministerin Schavan mit Universitätsrektoren und Kultusministern auf eine Reformation der Vergabesystems zum Wintersemester 2011/2012 geeinigt. Dabei soll die Vergabe über ein Internetnetzwerk geregelt und die Universitäten unter einander vernetzt werden.
Es bleibt zu hoffen, dass sich das neue System bewährt und die Verbesserung der Studienbedingung nicht wie bei anderen groß angekündigten Universitätsreformationen auf sich warten lässt. Letztlich muss sich die Politik wieder einmal fragen lassen, warum so spät und warum so wenig!
In der Zeit, in der die Politik jedoch getrödelt hat, haben einige Universitäten reagiert und die Anmeldefrist vorgezogen um rechtzeitig vielen studienwilligen durch das Nachrückverfahren ein Studium zu ermöglichen.
Es bleibt zu hoffen, dass nicht zu viele junge angehende Akademiker auf der Strecke bleiben, während sich Universitätsrekoren und Politiker bis 2012 den Schwarzen Peter zuschieben!
Labels: Politik, Studienvergabe, Studium, Uni
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